DER UNENDLICHE RASEN: Dann wirf den Eindringling an einen Ort, wo er nicht wieder Wurzeln oder Samen streuen kann. Wenn man anfängt, ein Unkraut auszureißen, sprießt sofort ein anderes ein wenig weiter weg, und noch eines, und noch eines. Kurz gesagt, das Stück Rasen, das nur ein paar Stutzen zu benötigen schien,
entpuppt sich als ein gesetzloser Dschungel.
Nichts mehr übrig außer Unkraut? Schlimmer noch: Das schlechte Unkraut ist so dicht mit dem guten vermischt, dass man nicht einmal mit den Händen dazwischen kommen kann, um es auszureißen. Es scheint, dass zwischen den gesäten und den wilden Kräutern ein komplizenhaftes Verständnis entstanden ist, eine Lockerung der durch Geburtsunterschiede auferlegten Barrieren, eine resignierte Toleranz gegenüber der Verschlechterung. Einige Wildkräuter haben an und für sich überhaupt nichts Böses oder Heimtückisches an sich.
Italo Calvino, Palomar, 1983